Dekanat Bergstraße

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Kommen Ihnen die besten Ideen eigentlich auch auf dem ...?

So zumindest war es wohl bei Martin Luther!

Luther machte kein Geheimnis daraus, dass ihm die beste aller seiner Ideen auf dem Abort gekommen sei – etwa im Jahr 1515 als Luther sich mit dem Römerbrief auseinandersetzte, weil er an der Universität eine Vorlesung über diesen Brief des Paulus halten sollte.

Gleich das erste Kapitel des Römerbriefes machte Luther große Schwierigkeiten. An zwei Versen biss er sich immer wieder fest:

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.« Römer 1,16-17

Jahrelang hatte sich Luther unter der „Gerechtigkeit, die vor Gott gilt“ vorgestellt, dass Gott ein strenger, strafender Richter ist, vor dem wir unsere Gerechtigkeit beweisen müssten. Große Seelennöte und Angst hat Luther diese Vorstellung bereitet.

Doch dann, so erzählt Martin Luther es einmal Jahre später, sei ihm auf dem stillen Örtchen der befreiende Gedanke gekommen, dass Gott uns als Ausdruck seiner Gerechtigkeit den Glauben schenkt. Ganz ohne, dass wir etwas dafür tun! Gott schenkt einfach.

Nicht wir sind also diejenigen, die Glauben „leisten“ müssen, sondern Gott ist derjenige, der ihn uns schenkt.

In der nächsten Woche feiern wir diese Erkenntnis, die Luther dann 1517 – vor 500 Jahren zu seinen 95 Thesen bewogen hat.

Interessant ist aber, dass uns diese Erkenntnis auch ständig wieder in Vergessenheit gerät. Auch Luther ging das manchmal so, dass er seine grandiose Erkenntnis wieder aus den Augen verlor.

Die Angst, nicht zu genügen, mehr leisten zu müssen, um vor Gott und der Welt zu bestehen, diese Angst kennen wir auch.

Wir haben dabei nicht mehr so sehr einen strafenden Gott auf einem Richterstuhl vor Augen, sondern unsere Mitmenschen, die Öffentlichkeit, den Partner, die Familie oder unseren eigenen „inneren Richter“, der uns schon beim Blick in den Spiegel völlig unbarmherzig auf all unsere Unzulänglichkeiten hinweist.

Daher nutzen wir in dieser Woche doch einmal die stillen Momente und lassen sie ruhig einmal still ungestört von den Ablenkungen des Alltags, dem Handy oder allem anderen und hoffen wir darauf, beschenkt zu werden mit dem Glauben an Gott und der befreienden Erkenntnis: vor Gott sind wir schon gerecht, da sind wir gut, so wie wir sind!

Pfarrerin Dr. Ruth Sauerwein, Evangelische Gemeinde Fürth/Odw.

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