Dekanat Bergstraße

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich beginne mein Wort zum Sonntag einmal mit der Tageslosung zum Sonntag und dem dazugehörigen Lehrtext und bin gespannt, ob bei Ihnen der Text ähnliche Gedanken auslöst, wie bei mir:

„Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten und verstehen wird, was gut und böse ist.“ (1.Kön. 3, 5,9)

„Wem es unter euch aber an Weisheit fehlt, der erbitte sie von Gott, der allen vorbehaltlos gibt und niemandem etwas zum Vorwurf macht: Sie wird ihm zuteilwerden.“ (Jak. 1, 5)

Ich hatte erst mal ein schlechtes Gewissen, weil ich so viel Gottvertrauen, wie sie in dem Text angesprochen wird, nicht habe: Weisheit von Gott? Wie stell ich mir als vernunftgewohnten Christen so was vor? Erst mal beruhige ich mich damit, dass ich der Text aus seiner Zeit zu verstehen ist und wir nach 2 Jahrtausenden Christentum Erfahrungen gemacht haben mit dem Evangelium und wir mit unserem weit verbreiteten Bildungssystem haben unsere Weisheiten daher. Wenn ich lese, dass einer die Weisheit von Gott direkt hat, fallen mir fanatische IS-Kämpfer oder selbstgefällige Präsidenten ein, die sich von Gottes Gnaden die Welt in gut und böse einteilen und der Menschheit keinen Segen bringen.

Jetzt ich erinnere mich an die gottverlassen Momente, wenn meine Weisheit nicht mehr ausreicht, bei Angst, Schmerz oder Tod. Wenn das Loblied in mir verstummt, weil es uns so gut geht. Jetzt kommen mir Menschen in den Sinn, die das Lebensschicksal selten verwöhnt und öfter mit ihrer Weisheit am Ende sind, die sich nach einer endgültigen Sicherheit sehnen. Solche, die aus ihrer Not oder Überzeugung die Weisheit in der Radikalisierung gefunden haben, verdeutlichen uns durch ihr makaberes Spiel mit unserer Angst vor dem Tod das Ende unserer Weisheit. Da wird das Jahrtausende alte Wort aus dem Jakobusbrief, die Weisheit von Gott zu erbeten, wieder aktuell.

So, liebe Leserinnen und Leser, wenn Ihnen meine Gedanken nicht fremd waren, dann schließe ich mit den Worten unseres Pfarrers am Sonntag nach der Predigt: ... und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, Amen.

Bruno Ehret, Dekanatsjugendreferent

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